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Die Route

 

Route2012

    grün=Anreise     rot=Heimreise

 

Es geht los!

 

 

 

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  Ich leg mich noch ein wenig hin und versuche zu schlafen. Um 01:00 ist Tagwache um 02:00 geht es wieder mal über den Loiblpass.  Hier schläft ein Fuchs auf dem noch warmen Asphalt. Langsam und gar nicht um seine Gesundheit besorgt krabbelt er auf, streckt sich genüsslich  und marschiert von dannen… Die Autobahn zwischen Laibach und der kroatischen Grenze ist fertiggestellt und so kommen wir rasch voran. Ca. 1 Stunde Wartezeit an der Grenze ist noch zu verkraften obwohl ich um diese Zeit nicht mit so viel Verkehr gerechnet habe. Die Abfertigung geht aber nur schleppend vor sich und die Zöllner scheinen es auch nicht gerade eilig zu haben. In der Morgendämmerung verlassen wir in Ocucani die kroatische Autobahn um bei Gradiska in Bosnien Herzegowina einzureisen.  Auch hier wird  an der Grenze nur trödelnd abgefertigt und so können wir über die Sava-Brücke stauend ausgiebig die Umgebung betrachten.

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Die Bosnier verlangen erstmals auch die Papiere für unseren Hund, der sich lautstark über die langsame Abfertigung aufregt.  Durch den Ort fahrend, sehen wir Hinweisschilder auf eine nach Banja Luka führende Autobahn. OK, die nehmen wir. Unser Navi  tobt sich aus und versteht die Welt nicht mehr, als wir auf der neuen Autobahn Richtung Süden düsen. Diese neue Straße endet vor der Stadt und wir fahren durch den sauber aussehenden Ort weiter dem Süden entgegen. Nun schlängelt sich die Straße dem Vrba-Fluss entlang. Die Straße ist gut, Verkehr nahezu keiner  und die Landschaft ein Traum.

 

 

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 Gegen Mittag kommen wir bei unserem ersten Ziel an. Jajce liegt an 2 Flüssen, besitzt eine alte Festung und  bekannten Wasserfall.

 

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 Es ist wirklich sehenswert und ein Besuch ratsam. Die Zufahrt zu den Wassermühlen finden wir nicht, wollen aber auch nicht allzu lange herumtrödeln und fahren weiter Richtung Mostar. Auch hier fährt man erst noch der Vrbas entlang um dann später vor Jablanica auf die Neretva zu treffen.  Auch dieser Reiseabschnitt besticht durch sehr schöne Landschaft entlang des geschichtsträchtigen Flusses, um dann gegen 16 Uhr in Mostar einzutreffen.

 

 

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 Wir finden einen Parkplatz auf dem wir auch über  Nacht bleiben hätten können, wollen aber nach der Stadtbesichtigung einen der südlich gelegenen Campingplätze aufsuchen.

Hier in Mostar ist die Hölle los. Mit so vielen Touristen hatten wir nicht gerechnet, die Schönheit der Altstadt mit der wieder aufgebauten Brücke rechtfertigt dieses Besucheransturm allemal. Wir schlendern über die Brücke in den muslimischen Ostteil der Stadt.

 

 

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Die Altstadt ist sehr sauber und Großteils neu renoviert. Souvenierstände reihen sich aneinander und man findet von Kitsch bis zum Kunsthandwerk so ziemlich alles. Angebotene alte Kriegsdelikte finden nicht gerade meine Zustimmung. Wir setzten uns in den Gastgarten eines Restaurantes mit Blick auf die Neretva und verschlingen ein Burek. Die Preise sind sehr moderat, Alkohol gibt es hier keinen.

Nach dem Stadtbummel suchen wir südlich der Stadt einen Campingplatz und werden mit dem relativ neuen Campingplatz "Paradise" fündig. Es gibt einen Sanitärraum, in dem sich die Dusche, das WC und ein Waschbecken befinden. Dieser Raum ist für alle Campinggäste und lässt sich von innen verschließen. Klar, dass durch die Dusche ohne Vorhang oder Abtrennung alles nass ist und nicht sonderlich lecker aussieht. Für eine Nacht kann man es aber ertragen. Der Betreiber wirbt mit seinem „All-Inn-Konzept“. Soll heißen: Vor der „Rezeption“ gibt es einen Kühlschrank gefüllt mit Bier, Wein und Schnaps, so viel man will zur freien Entnahme. Die Getränke sind im Nächtigungspreis von € 20.—enthalten. Man bekommt Strom und auch kostenloses WiFi. Der Platz selbst befindet sich auf einer Wiese mit noch jungen Baumbewuchs am Rande des Weingartens, der dem Betreiber zuzuordnen ist. Da wir am nächsten Tag weiterfahren wollen, nehmen wir das „All-Inn“ nicht in Anspruch.

 

 

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 Es ist Sonntag und wir fahren gegen 10 Uhr weiter. Der „Paradise" liegt an jener Straße die nach Blagaj führt und dorthin wollen wir auch. Am Ende des Ortes befindet sich die Quelle der Buna. Die Buna ist ein nur 9km langer Nebenfluss der Neretva und entspringt einer 200m tiefen Felshöhle. Diese Quelle ist eine der stärksten Karstquellen in Europa und entlässt ca 40.000l 10° kaltes  Wasser  pro Sekunde. An diesem Ort, direkt neben der Quelle lies im 16. Jahrhundert ein türkischer Sultan ein Kloster errichten.

 

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Absolut sehenswert und auch kein großer Umweg auf dem Weg in den Süden.

Wir fahren zurück zur Hauptstraße und biegen bei Pocitelj links ab um über das Gebirge nach Montenegro zu gelangen. Die Straße ist besser als gedacht und führt uns über Stolac., Ljubinje und Trebinje zur Montenegrinischen Grenze. Die Fahrt hierher besticht durch ein sehr abwechslungsreiches Gebiet.  Zum Teil mondlandschaftliche Karstgebiete, dann wieder sehr fruchtbare Hochebenen auf denen Tabak, Artischocken, Wein und anderes Obst und auch Gemüse angebaut wird.

 

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Schön zu fahren und nicht so heiß wie im Tal.

Die Ökologieabgabe für Montenegro gibt es nicht mehr, der Grenzübertritt geht rasch und unbürokratisch vor sich. Einige hundert Meter weiter versperrt uns ein Schranken die Weiterfahrt. Wir befinden uns auf der Mautstraße eines Naturschutzgebietes und bezahlen 10 Euro für die Weiterreise. Eigentlich wollten wir vom Norden runter nach Kotor fahren, dürften uns aber irgendwo, vermutlich in Grahovo, verfranzt haben und treffen nördlich von Herzognovi bei  Meljine auf den Golf von Kotor.

 

 

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 OK, was solls, den Golf umrunden wollen wir nicht und nehmen die Fähre über die Engstelle des Golfs und fahren die Küstenstraße nach Ulcinj. In Montenegro scheint sich nicht viel geändert zu haben. Die Bautätigkeit schreitet konzeptlos voran, das Müllproblem ist weiterhin ungelöst und so hält uns hier nichts auf. Wir fahren bis in den Süden von Monte durch. Der Magen knurrt gehörig, so suchen wir eine Fischrestaurant an der Bojana und werden auch südlich der Brücke fündig.

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Wir bestellen Fisch für jeden, Wein Cola, Bier, Salat, Patates nochmal Wein u.s.w. und bezahlen für eine ausgiebige Schlemmerei 38.—Euro.

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Für die gebotene Qualität und Freundlichkeit des Personals, aber auch angesichts des doch gehobenen Stils absolut preiswert.

Als Quartier nehmen wir den  Camping Safari Beach. Er macht einen recht sauberen Eindruck und nach den letzten Tagen freuen wir uns auf eine saubere Sanitäranlage.

 

 

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Wir stellen uns auf einen Platz vor dem Strand. Hier sind Liegestühle, Sonnenschirme und sogar ganze Pavillons mit Matratzen in Reih und Glied aufgestellt.

 

 

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Nicht gerade unsere Wunschsituation, aber es sieht dennoch irgendwie nett und sauber aus. Direkt am Strand gibt es auch kleine Hütten zu mieten, keine Ahnung was sowas kostet, könnte aber auch reizvoll sein.

Die Sanitäranlage ist wirklich relativ sauber und es funktioniert alles, nur Warmwasser gibt es am Abend keines mehr.  Dennoch ist dieser Platz für montenegrinische Verhältnisse empfehlenswert.

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Eigentlich wollten wir zeitig in der Früh unsere Reise fortsetzen, dennoch wird es wieder 10 Uhr bis wir unterwegs sind. Vorab hatte ich von einer Baustelle Richtung Muriquan gelesen und hoffe jetzt, nicht allzu viel Zeit zu verlieren. Es herrscht sehr geringes Verkehrsaufkommen und so kommen wir recht gut voran. Anfangs ist die Straße gegenüber 2009 unverändert, doch später gelangen wir auf einen schönen neuen Abschnitt. Die Baustelle dürfte also beendet sein. An der Grenze gibt es eine kurze Wartezeit und die Abfertigung erfolgt zügig und professionell.

 

 

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Die Pässe werden eingescannt, Formulare sind keine mehr zum ausfüllen, so dauert es nicht lange, bis wir uns auf albanischen Boden befinden und einen großen Abschnitt unserer Anreise hinter uns haben.

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Südlich der alten Holzbrücke vor Shkoder wurde einen neue Brücke errichtet, somit gehört diese Engstelle der Vergangenheit an.

 

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Die bettelnden Kinder sind jetzt südlich der Stadt anzutreffen. Langsam wälzt sich hier eine endlose Schlange von Fahrzeugen in Richtung Fushe-Kruja.

 

 

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In unserer Fahrtrichtung geht es auch nur sehr zäh dahin und so haben die Bettler Zeit genug ihrer Arbeit nach zu gehen.

Bis Fushe-Kruja hat sich seit 2009 an der Straßensituation nicht sehr viel verändert. Einige damalige Baustellstücke sind neu asphaltiert und es geht relativ zügig voran. Im Ort, in dem es recht lebhaft zugeht, biegen wir nach Vora ab.

 

 

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Einige Kilometer nach der Stadt befindet sich neben der Straße das Hotel „Nordpark“mit einem Campingplatz hinter dem Gebäude. Die neue Anlage  sieht  sehr gepflegt und sauber aus. Die Homepage gibt entsprechende Auskunft.

 http://www.nordpark.al/al/index.php?run=camping|1|1|1|1|1|8|0|4

Hätte es die Tageszeit erfordert, wären wir sicher hier geblieben. Wir sind aber sehr zeitig unterwegs und verfahren uns natürlich wieder in Durres. Wir verpassen die Umfahrung und fahren den Stadtstrand entlang in Richtung Süden. Hier wird an der Autobahn gebaut und man fährt auch die meiste Zeit auf den getrennten Fahrspuren.

 

 

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Doch Vorsicht! Um die Autobahn zu queren wird einfach irgendwo die Straße gekreuzt, oder es wird mangels Überführung als Geisterfahrer nach Hause gefahren. Der Verkehr scheint stark zugenommen zu haben. Die Müllproblematik begleitet uns immer und überall. Überhaupt steht die Spannung des Neuen nicht mehr im Vordergrund, so sehen wir verstärkt die Probleme des Landes und der Einwohner. Schade, Albanien hätte die Möglichkeit gehabt, es von Grund auf richtiger zu machen, doch scheint leider Montenegro als Vorbild herzuhalten….

Bis Fier gibt es neue Straßenstücke und die Stadtdurchfahrt erscheint mir besser, als das letzte Mal.

Nach Fier sind noch einige Kilometer der alten Rumpelpiste zu bewältigen, danach geht es auf einem neuen schönen Autobahnteilstück weiter nach Vlore. Hier beherrscht wieder gewaltig viel Müll die Umgebung.

 

 

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Jedes Haus hat seine eigene Müllverbrennungsanlage.

Sprich: Ölfass, in dem der Haus- und Gewerbemüll verbrannt wird. Dementsprechend grindiger Geruch liegt in der Luft.

Der Tunnel hinter Vlore wurde scheinbar ausgebaut und ist nun für höhere Fahrzeuge befahrbar.

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Es dauert nicht lange und wir kriechen den Llogarapass empor. Hier gibt es einen neuen Campingplatz, der recht nett aussieht und neben Stellplätzen auch Übernachtungen in bereit gestellten Zelten anbietet.

 

 

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Die Passhöhe überwunden, kurven wir runter zur „Albanischen Riviera“, wie sie genannt wird.

 

 

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Hier kauft Tine ein Glas des überall angebotenen Honigs. Man bekommt ihn, je nach Kräuter, in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen.

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Eigentlich wollten wir hinter Himare in einer Bucht den Tag beenden, die 2009 mit einer netten Kneipe bestückt war. Diese Bucht ist jetzt jedoch zugebaut und Liegen mit Sonnenschirmen füllen den Strand, so fahren wir weiter, um dann nach Porto Palermo zur Ali Pasha-Festung abzubiegen. Dort stehen auch einige Wohnmobile und vom weiten sieht es  recht nett aus. Wir rumpeln die enge Schotterzufahrt runter zum Meer, doch was wir hier sehen, reicht uns auch schon. Überall Unmengen von Müll, der vermutlich von Hunden verteilt, unübersehbar herumliegt. Wie man so relaxt auf seiner Liege urlauben kann, ist uns nicht erklärbar und wir wenden auf dem schmalen Weg, sorgsam darauf bedacht, die Glasscherben nicht mit den eigenen Reifen zu entsorgen.

OK, in Ksamil sollte es einen Campingplatz geben und es könnte sich ausgehen, diesen Ort noch bei Tageslicht zu erreichen. Nächtliches Fahren in Albanien ist für uns ein absolutes Tabu.

Durch Sarande,....

 

 

 

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......in dem unerklärlicher Weise noch immer freie Bauparzellen gefunden, erfunden und bebaut werden, geht es auf einer neuen Straße weiter nach Ksamil.

Gleich bei der Ortstafel zeigt ein Schild einen Campingplatz an, von dem ich noch nichts gehört hatte. Wir beschließen, diesen zu nehmen, da er im Gegensatz zu jenem im Ort, direkt am Meer liegt.

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Man fährt einen Schotterweg  runter zum Meer.  Wir parken uns zwischen weiteren Wohnmobilen ein, erkundigen uns nach dem Preis und nach der Sanitäranlage. Die Dusche und Toilette befinden sich in dem Gebäude daneben, das sich später als Diskothek entpuppt. Die Sanitärsituation ist äußerst dürftig, so duschen wir uns mit unserer Außendusche. Strom gibt es keinen. Der Preis mit 10.—Euro ist eigentlich zu hoch, wir wollen jedoch nicht mehr weitersuchen und gehen in ein Restaurant in der Nähe. Das Essen ist ausgezeichnet, das albanische Bier sehr bekömmlich und die Preise wirklich günstig.

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Keine Erdbebenopfer sonder zu Fall gebrachte Schwarzbauten...

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Bald verkrümeln wir uns ins Innere von Ivo, schlafen erschöpft ein. Von der Disco ist keine Musik zu hören. Zeitig in der Früh wecken uns die Kuhglocken der Tiere, die auf die Weide getrieben werden. Ich laufe mit Niki eine Runde, während Tine und Paula in Ivo für klar Schiff sorgen und schon bald sind wir am Weg nach Butrint. Eigentlich wollten wir uns die dortige Ausgrabungsstätte ansehen, sind jedoch viel zu früh hier und “schiffen“ auf der abenteuerlichen Fähre über den Vivar Kanal ein.

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Am Streckenabschnitt zur Grenze hat sich fast nicht geändert und es ist immer noch ein schönes Stück Schotterpiste zu bewältigen.

 

 

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An der Grenze hat sich einiges getan, die Grenzkontainer der Albaner sind Geschichte, ein neues Abfertigungsgebäude entlässt uns rasch und unbürokratisch nach Griechenland.

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